Archiv der Kategorie: Lebensweisheiten

Amis trinken Eis

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Guten Morgen und good morning Germany!

Nach einer 3-wöchigen, anstrengenden, aber eindrucksvollen Reise in die USA habe ich mir zumindest einen kleinen Eindruck darüber verschaffen können, wie der durchschnittliche Ami an der Ostküste wirklich tickt.

Zuerst einmal für alle, die noch nie drüben waren: Amerika ist kein großes Ghetto, aber auch nicht das Paradies auf Erden. Ein gut zivilisiertes Land. So wie Deutschland. Aber eben nicht ganz genauso. Sie kennen vielleicht einige dieser Vorurteile gegenüber Amerikanern:

Amerikaner trinken alles mit Eis.
Falsch. Amerikaner trinken Eis mit allem. Soherum passt es wohl besser. Mindestens die Hälfte des Glases wird mit Eiswürfeln gefüllt, die    Flüssigkeit (von Wasser bis Milch) wird in die Zwischenräume geschüttet.

– Amerikaner sind fett.
Richtig. Es ist natürlich absolut unumstritten, dass jeder der rund 300 Millionen Amerikaner eine unausstehlich große Wampe hat. Muss man gar nicht drüber reden.
… … Mal im Ernst: Es gibt (fast) nicht mehr dicke Menschen als in Deutschland. Und jetzt hören wir auf, über diese Gruppe von Menschen zu reden, als seien sie auf Facebook. Entschuldigt. Ich wollte nicht rassistisch wirken.

– Amerikaner excusen themselfes für alles.
Es wäre einfach falsch, jetzt zu sagen, dass es nicht so ist. Wenn mir der 4-feet-große Japener im Wallmart die Sicht auf die unteren beiden Regalreihen versperrt, nehme ich ein leises „excuse me“ wahr. Auch wenn ich ihm in keiner Weise im Weg stehe, und er an mir vorbei muss – er entschuldigt sich für den Umstand. Was fehlt sind noch Cops, die aus fahrenden Streifenwagen brüllen: „EXCUSE MEE!! EXCUSE MEE!!“

– Amerikaner stellen sich den Deutschen in Lederhose, Sandalen mit Socken, einem Bier in der Hand und mit Volksmusik vor.
Jap.

– Amerikaner sind faul.
Nicht nur das. Amerikaner verzichten für ihre Bequemlichkeit quasi auf jegliche Art von Ästhetik. Was bei der Kleidung anfängt, hört bei der Sprache noch nicht auf.  Für alle 24 deutschen Formen des Wortes gibt es im Englischen nur dieses eine „the“. Was ich persönlich sogar für sehr praktisch halte. Und im Restaurant wird entweder ganz ohne, oder mit Plastikbesteck gegessen.

Egal, was ich in den letzten Zeilen geschrieben haben mag. Mir ist natürlich bewusst, dass sich nicht alles verallgemeinern lässt.

Und ich sehe die Staaten bewundernd an. Man setzt einen Fuß auf Pennsylvanischen Boden, und man fühlt sich frei. Beinahe uneingeschränkt. Es ist dieses Freiheitsgefühl, was die USA ausmacht. Man muss sich zudem vor nichts und niemandem verstecken, wenn man anders ist, oder sich anders verhält. Man darf sich zwar auf nichts verlassen, aber das muss man auch nicht. Selbst ist der Mann. Freiheit, Gleichheit und Unabhängigkeit. (Um es hier nur einmal in Kurzform auszudrücken. Jeder Amerikaner könnte euch da Bände erzählen..) Das ist das, auf das jeder US-Bürger stolz ist.

Berechtigt.

Sie lasen eine Charakterisierung des durchschnittlichen Ostküstenbewohners. Von Phil Harbour.

Humor auf Kosten Anderer

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Guten Tag.
Flachwitze erfreuen sich immer größerer Unbeliebtheit. Fest auf den Satzbau und die Wortwahl vorgefertigt fixierte Witze wirken zu versteift, und sind quasi nur durch Aufforderung oder Ankündigung vernünftig realisierbar.
Viel erfolgreicher dagegen sind kurzfristige, manchmal im Millisekundenbereich ausgedachte bzw. eingefallene Witze. Meist als Reaktion auf vorrangegangene Aussagen wird diese oder dessen Sprecher durch den Kakao gezogen. Das ist so ziemlich das Lustigste, was passieren kann. Für den Betroffen ist die Situation in den meisten Fällen keineswegs unangenehm. Man lacht mit den Anderen über den gefallenen Witz, unabhängig davon, wer (rein inhaltlich) darunter leidet. Im Idealfall kontert derjenige mit einer ebenfalls lustigen Reaktion und bringt die Gruppe ein zweites Mal zum Lachen. So und nicht anders funktioniert Humor im Bekanntenkreis.
Um als humorvoller und lustiger Mensch zu sein, bedarf es also ein gewisses Maß an Spontanität, Selbstbewusstsein und der Fähigkeit, ab und zu Abwertendes über sich ergehen zu lassen.
Natürlich findet Humor nicht zwangsläufig auf Kosten anderer statt. Ein großer Anteil der Sprüche fällt jeweils auf das aktuelle Politgeschehen, niveaulose Fernsehsender oder einfach unreife Äußerungen. Eins jedoch haben alle guten Witze gemeinsam – sie wirken spontan und werden mit natürlicher Gelassenheit vorgetragen.
Sie

Die Unnot der Lavalampe

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Guten Tag.

Wofür Klobrillen, Bilderrahmen und Silberbesteck zu gebrauchen sind, wissen wir alle.

  • Klobrillen, zum nicht benutzen
  • Bilderrahmen, zum Verstecken von unangenehmen Bildinhalten
  • Silberbesteck, um es zu erben.

Es gibt sogar Gerüchte, dass es einige Menschen auf unserer Erde gibt, die zu wissen vermögen, womit es sich beim Sinn und Zweck von Lavalampen auf sich hat. Aber es sind eben nur Gerüchte. Man sollte sich nicht länger damit aufhalten.

Ich habe also nachgeforscht. Erst einmal ein bisschen Allgemeinbildung in Sachen Lavalampen.warum ist da?

Bei einer Lavalampe wird die Verlustwärme einer Glühbirne zum Verflüssigen des im Wasser unlöslichen Wachs genutzt. Es steigt in blasenform auf, kühlt ab und fällt wieder langsam herab. Bitte entschuldigen sie die offensichtliche Nähe meiner Wortwahl zu der des Wikipediaartikels. Scheiß aufs technische:

1970 kamen die Dinger erstmals auf, und ich glaube, schon damals erfreuten sie sich großer Unsinnigkeit. Sehen aus wie von der Enterprise geklaut. Wenn sie seit mindestens 2 Stunden laufen. Wenn das Wachs fest ist, sieht der Scheiß eher aus wieder Wachsfall (man beachte den Neologismus, nahe dem Wasserfall) an einer Kerze. Wenn man also keine 37.000.000 kW/h jeden Tag für seine futuristische Beleuchtung rauswerfen möchte, dann sollte man sich so ein Teil nicht zulegen. Schönheit und Kosten können also nicht der Punkt sein.

Vielleicht liegt der Kaufgrund bei manchen Leuten im Paranormalen. Mit jeder Wachsblase wird ein böser Geist vertrieben. Mit jeder zehnten Kilowattstunde wird ein guter Geist geschaffen. Denkbar. Oder er liegt wie so vieles in der mangelnden Intelligenz der Masse. Einer der Gründe, die für die meisten Phänomene infrage kommen. Aber da selbst ich eine solche Lampe besitze, schließen wir Spiritualität und mangelnde Intelligenz aus, versteht sich.

Am plausibelsten erscheint mir als Grund: Die Frau. Und wer einer Meinung ist hebt die Hand. Ich halte es nicht für meine Pflicht, das zu begründen. Und an alle Frauen: Wenn ihr nicht genauso wärt, wir ihr seid, wärt ihr keine Frauen. Und das wär scheiße. Wir haben euch lieb.

Sie hörten einen unerwünschten Kommentar zu einem trivialen Thema vom unnötigsten Blogger der Erde.

P.S.: Frauen? Schenkt euren Männern bitte nicht so ein Ding zu Weihnachten!

Weihnachten billig gemacht

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Guten Tag.

Jeder kennt die Situation. Mit 2.50€ in der Hosentasche durch die Innenstadt schlendern, und nicht wissen, was man tun soll. Weniger als ein Fünfer verballert man am besten im 1€-Shop. Aufgekommen in den USA, schwappte die Welle über nach Europa und mittlerweile steht so ein Laden an jeder Ecke. Geschirr, Besteck, Bürobedarf, Süßwaren, Feuerwerk, Getränke, Lego-Kopien, Chistbaumschmuck das ganze Jahr, Haushaltsartikel uvm., eigentlich kriegt man da alles, was man braucht. Beziehungsweise, was man nicht braucht.

Und selbst, wenn es überhaupt keinen nachvollziehbaren Nutzen hat, kaufe ich mir hin und wieder ein PC-Spiel für den kleinen Euro. Oder eine Porzellanschüssel. Oder Batterien, die dann 2 Tage halten. Oder Wunderkerzen. Gottverdammt, irgendwas hat dieser Laden, ich brauche nichts daraus und doch steh ich immer wieder drin. Mysteriöse Kräfte ziehen mich da rein.

Das kennt ihr doch sicher auch. Aber schlimm finde ich das nicht.

Ach ja! Weihnachtsgeschenke! Wenn ich keinen Bock habe, viel Geld für meinen Halbgroßonkel auszugeben, dann erwerbe ich dort für 1.50€ eine nette Weihnachtsschale aus Porzellan. Mit Nikolaus drauf. Und Sternchen. Und wenn dann um Silvester herum die Farbe langsam abgeht, werden alle denken, er hätte sie falsch gespült.

Weihnachtsgeschenke im 1€-Shop kaufen!!! Allein die Geste zählt..

Sie hörten einen nützlichen Hinweis von Phil Harbour, einem Stammkunden im Billigladen.

Facebook vs. Twitter

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Guten Abend Twitterer.

Falls ihr keine seid, lest diesen Artikel als Apell. Falls doch: Ihr werdet mir Recht geben.

Facebook an sich ist eine tolle Sache. Man kann einfach und komfortabel mit seinen Freunden kommunizieren. Bilder, Videos und so weiter (oder wie Facebook es nennt: Inhalte) posten und dem gesamten Bekanntenkreis auf einmal zeigen. Über Facebook können wunderbare Freundschaften und echte Beziehungen entstehen. Außenseiter zu sein wird fast unmöglich gemacht. Das hört sich gut an.

Was Facebook aber nicht kann, kann Twitter. Und noch mehr. Ich kann auf Twitter Bilder, Videos,  Text und notfalls Links posten. Ich kann chatten, ich kann per Mention reden. Mehr als 140 Zeichen schreibt doch auch auf Facebook keine Sau! Die sind da doch stolz, wenn sie einen fehlerlosen Satz schreiben! Gelikt wird auf Twitter nichts. Das ist auch gut so. Jeder folgt einfach dem, was er mag, und muss nicht dem folgen, der ihm folgt. So wird man nicht zugespammt von Leuten, mit denen man nichts zu tun haben will. Oder von Firmen.

Der vielleicht größte Vorteil an Twitter ist, dass man es nutzen kann, wie man will. Bei Facebook hat man ein Benutzerprofil, oder eben nicht. Einzige Alternative bildet die Seite, aber die ist mir zu aktiv. ICH WILL DOCH AUCH LESEN, wass die Leute schreiben, gottverdammt.

Wenn ich Twitter beitrete, dann entweder, weil ich es als Kommunikationsmöglichkeit nutzen möchte, oder um Werbung für mein Unternehmen zu machen, oder um Leute zum Lachen zu bringen, oder um mit Promis in Kontakt zu kommen, oder einfach immer auf dem neusten Stand zu sein oder oder oder. Jeder wie er will.

An alle Twitterer: Sind wir nicht alle eine große Familie? WIR sind die wahren Witzeerzähler. Und WIR sind die eigentlichen Nachrichten!

An alle Facebookfaschisten: DENKT MAL DRÜBER NACH WAS IHR DA TUT!

Sie hörten einen Kommentar von Phil Harbour, einem leidenschaftlichen Twitterer (gesendet von meinem iPhone).

Ich war noch niemals im New York..

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Einen schönen Abend schonmal im Vorraus. Aber hören sie mir zu.

Ich bin verwundert, ja fast erschüttert darüber, dass so viele Leute, die Möglichkeiten, die man heute hat, nicht nutzen. Im Mittelalter war es bis zum Nachbarort schon eine weite Reise, nur die wenigsten drungen von hier aus bis nach Asien, geschweige denn nach Amerika vor.

Heute ist es möglich, an einem halben Tag von Berlin nach Sydney zu fliegen. UND TROTZDEM WILL HIER KEINER RAUS! Ich kann die Situation nicht deutschlandweit einschätzen. Aber hier in meinem Kaff beschränkt sich jeder auf das, was hier ist. Es gibt Ausnahmen. Aber die bestätigen ja bekanntlich die Regel.

Die Welt ist so zugeschossen mit schönen Dingen, die nur darauf warten, gesehen zu werden. Das können sowohl riesige Berge, Wasserfälle, oder Schluchten als auch hunderte Meter hoche Bauwerke oder beeindruckende Denkmäler sein. Aber es gibt diese Orte, die einem sagen: Es gibt da draußen noch mehr! Und wer glaubt, dass seine Heimatstadt etwas besonderes ist, der hat meist unrecht, unabhängig davon, wo er wohnt.

In einem Menschenleben kann man nicht alles erkennen. Und man muss sein Leben auch nicht der Reise hingeben. Aber einmal im Jahr ins Ausland schadet nicht, und ist auch nicht teuer. Eltern, zeigt euren Kindern die holländische Küste, fahrt mit ihnen in die Alpen.. Das ist doch kein Beinbruch. Für die Wohlhabenden gehts nach New York, und die etwas Ärmeren werden auch ein Wochenende in Frankreich bezahlen können!

Wir sollten genießen, dass wir in einer Zeit leben, in der das möglich ist. Euer Kirchturm ist nicht der höchste, nicht der schönste, und nicht der älteste der Welt. Dafür müsst ihr euren Hintern bewegen. Wenn auch nur kurz, wenn auch nicht oft. Hauptsache überhaupt.

Sie hörten einen Kommentar von Phil Harbour, einem begeisterten Weltreisenden.

Inspirationslosigkeit

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Hallo. Mir fällt keine originellere Begrüßung ein.

Ich schreibe diesen Artikel aus völliger Ahnungslosigkeit darüber, was die Masse auch nur im geringsten interessieren könnte. Ich könnte genauso gut über nervende Zimmerpflanzen, Alienangriffe, herzallerliebste Politiker oder meine Mutter schreiben, aber ich schreibe darüber, wie ich mich selbst inspiriere um den Text so interessant wie möglich zu machen. – Es klingt langweilig, aber es sollte beredet werden.
Was den Menschen vom Affen unterscheidet ist nicht zuletzt sein Erfindungsreichtum. Bitte verstehen sie micht nicht falsch, nicht jeder, der kein Erfinder ist, ist ein Affe.
Es gibt Ausnahmen.
Dennoch sollte man sich bemühen, Dinge zu kreiren, um die eigene Persönlichkeit zu stützen und sie zu prägen.

Der eine flennt gerne rum, in seinen Werken. Und da es immer einen Grund zum Flennen gibt, fehlt ihm auch nie die Inspiration.

Der andere regt sich gerne auf über irgendwelche Politiker und das Geschehen in der Welt. Und da es immer einen Gehirnathleten gibt, der das Land beim Bachruntergehen unterstützt, fehlt auch ihm nie die Inspiration.

Der dritte schwärmt von seinem wundervollen Leben, weil er ein Promi ist, eine tolle Freundin hat, sein Leben genießt oder schlicht und einfach damit zufrieden ist. Wenn man sucht, gibt es immer etwas Schönes, und ihm fehlt nie die Inspiration.

Ich könnte das jetzt weiterführen und auf acht weitere übertragen. Wichtig ist allerdings nur der vierte:

Der vierte will die Welt zum Lachen bringen, ein humorvoller Mensch, der, wenn er Ideen hat, seine Zuhörer begeistert. Aber wenn dieser   Mann keine Idee hat, dann kann man dagegen nichts tun. Er ist schlicht und einfach abhängig von Geistesblitzen. Man kann nicht nach Witzen suchen, man muss sie finden.

Ich persönlich versuche mich weitmöglichst gegen dieses Problem zu schützen und empfehle anderen, es genauso zu tun: Habt immer einen Block mit Stift oder ein mobiles Gerät dabei, auf dem ihr eure Einfälle festhalten könnt! Denn genau die sind meistens schneller weg als sie kamen.

Sie hörten einen Apell von Phil Harbour an alle lustigen Menschen, und solche, die es noch werden wollen. – Gewidmet @schlenzalot, einer bewundernswerten weil lustigen Persönlichkeit.

 

Die Ruhe vor dem Sturm

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Mahlzeit.

Wir schreiben den 23. November 2011. In einem Monat und einem Tag ist Heiligabend. Zugegeben, schlechter hätte die Einleitung ins Thema Weihnachten wirklich nicht sein können. Nichtsdestotrotz (dieses Wort sieht lustig aus) sollte ich beim Thema bleiben.

Ich sehe den 24.12. jedes Jahr aufs neue als eine Art Ruhe vor dem Sturm. Am 23. erst beurlaubt um dem häuslichen Stress zu entgehen habe ich am Tag danach Zeit, mich zu sammeln und ein paar nette Stunden mit meiner Familie zu verbringen. Familie ist ein mehrdeutiger Begriff. Denn die Feiertage sind vermutlich die schlimmsten im ganzen Jahr. Meine Eltern, teilweise noch meine Großeltern, meine Kinder, ihre Tanten, meine Geschwister und jeder bringt noch seinen Partner und die Cousins mit. Der blanke Horror. Zwei wohlverdiente freie Tage im langen Arbeitsjahr gehen für die nervige, quasselnde, viel zu große Verwandtschaft drauf. Und ich weiß nicht womit ich das verdient habe. Es fängt schon damit an, dass meine Schwiegereltern (wie jedes Jahr) als erste eintreffen und sich meine Eltern eben genau darüber empören. Es entflammt ein heftiger Streit, so dass wir meine Schwester nicht hören, wenn sie klingelt. Bei jedem neuen Gast steigt der Geräschpegel und die Wahrscheinlichkeit, den nächsten zu überhören. Sind alle Gäste da, ist keinesfalls Schluss mit der Veranstaltung – sie geht erst los. Das Essen ist schon kalt, weil Opa Horst erst um 7 kommt. Man kann es ihm wirklich nicht übel nehmen, der gute ist bereits 83 Jahre alt.

Aber wie es dann eben so ist, das Essen schmeckt nicht. Die Hälfte bleibt liegen, und die Kinder wollen sowieso nur eins: Endlich ihre gottverdammten Geschenke auspacken. Ich kann die Ungelduld jedesmal wirklich sehr gut verstehen. Tagelang wird ihnen eingetrichtert: „Bald ist Weihnachten! Bald ist Weihnachten!“ Dann ist Weihnachten. Aber statt Geschenken gibt es vorerst anscheinend nur übergeduldige Großeltern. So macht das ja auch keinen Spaß.

Nach der Bescherung erzählt die Runde bis tief in den Abend hinein die Geschichten, die jeder schon kennt und bei denen ich nur noch vortäusche, zu lachen oder gegebenenfalls interessiert zu gucken. Die Kinder spielen dann sowieso mit ihren Geschenken. Auch vom Vorabend noch, familiäre Bescherung ist bei uns wie üblich auch schon an Heiligabend. Gegen halb 12 entfacht Oma Birgit die Diskussion über die Schlafplätze. Unvorhersehbare Folgen. Das kann schnell gehen. Vor drei Jahren hatten zwei der Paare jeweils ein Hotelzimmer und es fehlte kein Platz. Aber wenn keine eigentlich notwenigen Vorkehrungen getroffen sind, muss der Jens auch schon mal zwischen Oma und Opa im Doppelbett schlafen. Dann heulen die Kinder, und eigentlich wollten alle, dass der Tag wenigstens einigermaßen harmonisch zuende geht.

Am nächsten Morgen macht sich Gott sei Dank die jüngere Generation schon aus dem Staub, wenn die ältere noch schläft. So wird unnötiges Geschiss vermieden. Alle Zurückgebliebenen erwarten um Punkt 12 ein anständiges Mittagessen und verschwinden dann meist auch sehr schnell. Gegen 16 ist der Sturm dann vorbei und wir blicken in Richtung Silvester, und schwören uns: „NIE WIEDER!“

Dummerweise hat sich die Geschichte in den letzten Jahren genau so abgespielt, und für dieses Jahr ist auch schon alles klar. Und ich frage mich jedes Jahr: „Womit habe ich das verdient? Und warum zum Teufel in MEINEM HAUS?!“

Zum Glück bleibt mir noch ein Monat und ein Tag.

Sie hörten eine Geschichte von Phil Harbour, einem verzweifelten Familienoberhaupt in Panik.

Hallo Welt.

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Hallo WordPress. Hallo Leute.

Ich versuche jetzt hier einfach mal seriös zu bleiben und euch etwas vom Leben zu erzählen. Undzwar sind es immer die kleinen Dinge im Leben, die eben dieses lebenswert machen. Ich vergnüge mich an den primitivsten Sachen. Lache über Witze, die unschön ausgedrückt keine Sau interessieren. Kaufe mir Dinge, deren Nutzen klein genug ist, um die gleiche Arbeit für weniger Geld einen Menschen erledigen zu lassen. Sage Dinge, die die Masse polarisieren. Oder zumindest meine Follower.

Aber um sich diesen ganzen Spaß leisten zu können, meine Freunde, ist eins nötig. Nämlich die großen Sachen im Leben. Kinder, geht in die Schule, macht eure Hausaufgaben. Eltern, macht Karriere solange es noch geht. Singles, traut euch was, und Rösler: HALT’S MAUL!

Und obwohl aus seiner Klassensprecherfresse den lieben langen Tag nur Scheiße quillt, hat’s der Hosenmatz zu was gebracht. Er hat zwar keine Ahnung von Finanzpolitik, geschweige denn vom Regieren allgemein. Aber dumm ist er nicht. Denn nur ein intelligenter Mensch kann es schaffen, trotz seiner völligen Inkompetenz eine so hohe Position einzunehmen. Die Fähigkeit, andere davon zu überzeugen, Recht zu haben, obwohl man es nicht hat, ist absolut notwendig um auch nur irgendwas in dieser Gesellschaft zu erreichen. Aus zwei Gründen:

  1. Ohne Beschiss geht nichts in dieser Welt. Jeder bescheißt, und so hat man einen Nachteil, wenn man stehts seinem gefickten Gewissen hinterher läuft.
  2. … Shit. Ich hab euch beschissen und ihr habt’s gemerkt. Es gibt nur einen Grund.

Schlussendlich lässt sich sagen, im Leben machen die kleinen Sachen Spaß, man muss sie sich durch die großen verdienen und die erreicht man nur wenn man bereit ist zu bescheissen. Ich bitte um Verständnis dafür, dass sie sich das ganze nocheinmal durch den Kopf gehen lassen sollten.

Sie hörten einen unerwünschten Kommentar von Phil Harbour, einem Mikrokriminellen aus Wirsinghausen.