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Weihnachtsansprache

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Fröhliche Weihnachten!

Ich glaube nicht, dass an diesem Tag voller Liebe, Gemütlichkeit, Nostalgie und Freude viele Menschen lesen werden, was ich hier veröffentliche. Daran besteht quasi kein Zweifel. Aber es ist nun mal meistens kein Tag voller .. dingens. Es ist ein Tag voller Stress, der im Rest des Jahres Schwierigkeiten hat, seinesgleichen zu finden.

Ohne Schnee fehlt dem Tag die Harmonie, die Stille und die schöne Landschaft. Schnee gehört zu Weihnachten. Schnee ist Auslöser für Massenkaramboulagen, die gerade an Weihnachten viel häufiger auftreten als sonst. Wahrscheinlich liegt das an meiner Verwandschaft; wenn die alle gleichzeitig hier hinfahren, ist quasi keine Straße mehr wirklich sicher. Aber gut, wir haben ja keinen Schnee.

Der Baum macht abgesehen vom Harzen, Brennen, Duften, Umfallen und Austrocknen eigentlich keine Probleme. Aber das reicht ja auch an Problemen. Es ist genug. Es ist sogar zu viel. Und ich scheiße  dieses Jahr auf den Baum. Nicht zuletzt, weil mein lieber Bruder letztes Jahr beinahe gestorben wäre – er hat eine Tannenallergie. Und die Katze hat keine Haare mehr am Schwanz, weil meine Frau auf die echten Kerzen bestand. Sind saugefährlich, die Dinger.

Um uns allen die Fahrerei zu ersparen, bleiben wir dieses Jahr zu Hause. Je weniger wir fahren, desto weniger Zeitmangel haben wir, desto mehr Zeit steht uns zur Verfügung. Zeit, um alles zu organisieren, was organisiert werden muss. Von Adventskerzen über Christstollen bis hin zu Zimtsternen. Und je mehr Zeit, desto weniger Stress. Also weniger Stress ohne Fahren.

Die teure Angelegenheit sind die Geschenke. Meine Kinder sind zwar offensichtlich enttäuscht darüber, dass es heute keine gibt. Aber übers Jahr verteilt kosten sie das Leben ohnehin in vollen Zügen aus. Meine Frau ist gänzlich anspruchslos (sonst wäre sie nicht meine Frau), und ich selbst wünsche mir auch nichts.

Normalerweise besuchen wir die Kirche an Heiligabend. Diesmal nicht. Diesmal besucht sie uns. Mit Entertain. Denn es ist Zeit, dass sich auch langsam mal was nach uns richtet. Cool, wie Werbeslogans hängenbleiben.

Weihnachtskarten verschickt meine Frau, die gehören nicht in meinen Aufgabenbereich. Aber die sind sowieso schon verschickt.

Und ganz ehrlich: heute ist zwar der 24. Dezember. Aber ohne Geschenke, ohne Christbaum, ohne Besuch zu sein und Besuch zu haben, ohne Kirche, ohne Schnee, ohne Weihnachtkarten.. Ich bin mir nicht sicher, was wir heute machen. Ich denke, wir werden bei den Nachbarn feiern.

Sie hörten die Tagesplanung von Phil Harbour, einem, der die Schnauze noch lange nicht vol hat. – Und das ist sein Problem.

Die Ruhe vor dem Sturm

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Mahlzeit.

Wir schreiben den 23. November 2011. In einem Monat und einem Tag ist Heiligabend. Zugegeben, schlechter hätte die Einleitung ins Thema Weihnachten wirklich nicht sein können. Nichtsdestotrotz (dieses Wort sieht lustig aus) sollte ich beim Thema bleiben.

Ich sehe den 24.12. jedes Jahr aufs neue als eine Art Ruhe vor dem Sturm. Am 23. erst beurlaubt um dem häuslichen Stress zu entgehen habe ich am Tag danach Zeit, mich zu sammeln und ein paar nette Stunden mit meiner Familie zu verbringen. Familie ist ein mehrdeutiger Begriff. Denn die Feiertage sind vermutlich die schlimmsten im ganzen Jahr. Meine Eltern, teilweise noch meine Großeltern, meine Kinder, ihre Tanten, meine Geschwister und jeder bringt noch seinen Partner und die Cousins mit. Der blanke Horror. Zwei wohlverdiente freie Tage im langen Arbeitsjahr gehen für die nervige, quasselnde, viel zu große Verwandtschaft drauf. Und ich weiß nicht womit ich das verdient habe. Es fängt schon damit an, dass meine Schwiegereltern (wie jedes Jahr) als erste eintreffen und sich meine Eltern eben genau darüber empören. Es entflammt ein heftiger Streit, so dass wir meine Schwester nicht hören, wenn sie klingelt. Bei jedem neuen Gast steigt der Geräschpegel und die Wahrscheinlichkeit, den nächsten zu überhören. Sind alle Gäste da, ist keinesfalls Schluss mit der Veranstaltung – sie geht erst los. Das Essen ist schon kalt, weil Opa Horst erst um 7 kommt. Man kann es ihm wirklich nicht übel nehmen, der gute ist bereits 83 Jahre alt.

Aber wie es dann eben so ist, das Essen schmeckt nicht. Die Hälfte bleibt liegen, und die Kinder wollen sowieso nur eins: Endlich ihre gottverdammten Geschenke auspacken. Ich kann die Ungelduld jedesmal wirklich sehr gut verstehen. Tagelang wird ihnen eingetrichtert: „Bald ist Weihnachten! Bald ist Weihnachten!“ Dann ist Weihnachten. Aber statt Geschenken gibt es vorerst anscheinend nur übergeduldige Großeltern. So macht das ja auch keinen Spaß.

Nach der Bescherung erzählt die Runde bis tief in den Abend hinein die Geschichten, die jeder schon kennt und bei denen ich nur noch vortäusche, zu lachen oder gegebenenfalls interessiert zu gucken. Die Kinder spielen dann sowieso mit ihren Geschenken. Auch vom Vorabend noch, familiäre Bescherung ist bei uns wie üblich auch schon an Heiligabend. Gegen halb 12 entfacht Oma Birgit die Diskussion über die Schlafplätze. Unvorhersehbare Folgen. Das kann schnell gehen. Vor drei Jahren hatten zwei der Paare jeweils ein Hotelzimmer und es fehlte kein Platz. Aber wenn keine eigentlich notwenigen Vorkehrungen getroffen sind, muss der Jens auch schon mal zwischen Oma und Opa im Doppelbett schlafen. Dann heulen die Kinder, und eigentlich wollten alle, dass der Tag wenigstens einigermaßen harmonisch zuende geht.

Am nächsten Morgen macht sich Gott sei Dank die jüngere Generation schon aus dem Staub, wenn die ältere noch schläft. So wird unnötiges Geschiss vermieden. Alle Zurückgebliebenen erwarten um Punkt 12 ein anständiges Mittagessen und verschwinden dann meist auch sehr schnell. Gegen 16 ist der Sturm dann vorbei und wir blicken in Richtung Silvester, und schwören uns: „NIE WIEDER!“

Dummerweise hat sich die Geschichte in den letzten Jahren genau so abgespielt, und für dieses Jahr ist auch schon alles klar. Und ich frage mich jedes Jahr: „Womit habe ich das verdient? Und warum zum Teufel in MEINEM HAUS?!“

Zum Glück bleibt mir noch ein Monat und ein Tag.

Sie hörten eine Geschichte von Phil Harbour, einem verzweifelten Familienoberhaupt in Panik.