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Facebook, und was wir dagegen tun können

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Guten Abend.

Kürzlich wurden auf Facebook wieder einmal die Allgemeinen Geschäftsbedingungen geändert, und so bleiben jedem Nutzer ab jetzt nur noch einige Tage, ihr altes Profil umzustellen auf die neue „Chronik“. Die Chronik macht das Durchstöbern laut Facebook viel leichter. Sehr emotionale Werbung für das neue Konzept taucht an jeder Ecke auf, und viele Unmündige haben sich bereits jetzt für diese besondere Art von Timeline entschieden.

Ohne Zweifel ist Facebook, aus Sicht des Nutzers, gerade dafür da, Personen zu verbinden, Informationen zu vermitteln und die Kommunikation so einfach wie möglich zu gestalten. – Der Grund, warum die Chronik so einschlägt. Sie ist sozialer, solange es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Dagegen ist nichts einzuwenden. Da bestimmte Inhalte für bestimmte Personen unsichtbar gemacht werden können, eignete sich das Prinzip perfekt für eine Art soziales Intranet, bei dem die Nutzer zwar untereinander Daten teilen können, oder eben nicht, aber kein Dritter Einblick in die Informationen hat.

Das ist hier aber nicht der Fall. Facebook kennt uns. Jeden von uns. Selbst wenn Sie selbst nicht bei Fabebook sind, sind vielleicht schon Bilder von Ihnen dort. Das ist nicht das Problem. Solch eine Datenspeicherung erleichtert uns vieles, z.B. das Einkaufen im Internet oder das Aussuchen von Musik, die zum eigenen Geschmack passt.

Erste Kritik bringe ich aber da an, wo es darum geht, bereits hochgeladene Daten wieder zu löschen, bzw. löschen zu lassen. Facebook bietet dafür beinahe überhaupt keine Möglichkeit. Man kann nur hoffen, dass bald eine Welt- oder zumindest EU-weite Verordnung verbietet, Daten auch gegen den Willen des Einzelnen dauerhaft zu speichern. Aber selbst hier sind wir nicht am eigentlichen Problem angelangt, welches wie folgt lautet:

Facebook verkauft Datensätze an Dritte. Facebook weiß alles über uns und speichert alles. Und wäre schön dumm, wenn es dieses Wissen nicht ausnutzen würde. Neben der Werbung auf http://www.facebook.com direkt finanziert es sich größtenteils aus dem Weiterverkauf dieser teilweise sehr sensiblen und intimen Informationen. Und ich halte es doch für absolut fragwürdig, dass ein solch massiver Eingriff in die Privatsphäre überhaupt geduldet wird. Aber wenn du Politik nichts unternimmt, dann sollten wir das tun!

Ich erwarte von niemandem, dass er sein Facebookprofil löscht. (Mehr als deaktivieren klappt sowieso nicht, ein weiterer Kritikpunkt) Selbst mein eigenes existiert noch. Ich halte das Netzwerk für eine hervorragende Kommunikationsmöglichkeit. Aber ich habe einige Vorkehrungen eingeleitet, die entweder meine Privatsphäre schützen oder meine Ablehnung gegenüber dieses Geschehens.

  1. Keine Seite sollte Ihnen mehr gefallen! Die Unternehmen errechnen sich ihre Interessen aus bereits ‚gelikten‘ Seiten, und Sie werden für Facebook unbrauchbar, wenn sie jede einzelne Seite ‚disliken‘. Wenn Sie Updates von Künstlern, Unternehmen etc. weiterhin erhalten möchten, lesen Sie Zeitung oder kommen Sie auf Twitter!
  2. Löschen Sie so viele Bilder wie möglich aus ihrem Profil und stellen Sie keinesfalls neue auf ihr Profil! Wenn überhaupt, dann ohne Verbindung zu Ihrer Person, d.h. ohne Markierung. Der Gesichtserkennungsdienst von Facebook hat bei Ihnen evtl. noch nicht funktioniert – in diesem Fall haben Sie Glück gehabt.
  3. Schreiben Sie in das „Über mich“-Feld auf Ihrem Profil eine mehr oder weniger appellative Botschaft an andere User, ebenfalls so vorzugehen. Stellen Sie sich gegen Facebook!

Sie hörten einen Aufruf von Phil Harbour, dem vielleicht größten Twitterfetischisten, der frei herumläuft.

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